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Test: Bookfactory Bestellsoftware
Dienstag, 16. September 2014

Test: Bookfactory Bestellsoftware

Bookfactory hat mich vor kurzem kontaktiert wegen meinem Blog vom Mai 2013. Mir wurde versprochen, dass die Software mit der aktuellen Version verbessert wurde.
Wir verblieben wie folgt: Bookfactory stellte mir einen Gutschein über 250 Franken zu, im Gegenzug teste ich die Software erneut und berichte hier über meine Erfahrungen.

Leider musste ich, um Zeit und Nerven zu sparen, vorzeitig abbrechen. Ich verzichte auf Bücher im Wert von 250 Franken, wenn ich sie mit dieser Software erstellen muss.
Natürlich möchte ich euch die Details nicht vorenthalten...

Setup

Ich testete mit einem ASUS Notebook mit i7 Prozessor (36010QM) und 6GB RAM. In dem Gerät ist eine GeForce GT 360M verbaut mit 4GB dediziertem Speicher. System und Software sind auf einer SSD installiert, Daten sind auf einer weiteren, internen HDD gespeichert. Das Notebook erreicht ein Windows Leistungsindex von 6.8 (Prozessor 7.6 / RAM 7.6 / Grafik 6.8 / Festplatte 7.9)

Installation und erster Start

Die Installation verlieft wie erwartet reibungslos und ohne Probleme. Nach dem ersten Start kann das gewünschte Produkt gewählt oder ein vorhandenes Projekt geöffnet werden.
Bis hier gibt es keine Überraschungen, und das ist positiv gemeint. Man findet sich sofort zurecht, die Software ist ähnlich aufgebaut wie alle anderen Produkte dieser Art.

Fotobuch erstellen

Als erstes bekommt man eine Übersicht mit allen Seiten zu Gesicht. Mit Klick auf "Meine Fotos" kann oben rechts ein Bilder-Ordner ausgewählt werden. Anscheinend wird neu auch Facebook unterstützt. Das ist zwar momentan Trendy, aber für mich absolut uninteressant.
Der Aufbau der Thumbnails läuft leider immer noch sehr träge, verglichen mit Konkurrenzprodukten. Das dauert bei meinem aktuellen Projekt mit 1072 Fotos in guter Auflösung über 10 Minuten. Leider wird der Aufbau auch nicht schneller, wenn das Programm später erneut geöffnet wird. Falls die Fotos chronologisch eingefügt werden sollen, ist das am Anfang nicht weiter tragisch. Wenn man das Buch (wie ich eigentlich immer) in mehreren Sessions erstellt, muss man sich ab der zweiten Hälfte der Fotos also auf Wartezeiten einstellen. Ich sehne mir das erste mal die Designer 2.0 Software zurück…

Es dauert mehrere Minuten, bis die Bilderordner sichtbar werden:
Wartezeit beim anlegen eines Bilderordners.

 

Anschliessend ist längeres Warten fällig für den Thumbnail-Aufbau:
Lange Wartezeiten für die Aufbereitung der Thumbnails in der Bookfactory Software

Nun mache ich mich an die Gestaltung der ersten Seiten.  Die Bildboxen sind schnell eingefügt, beim Anpassen der Grösse bin ich irritiert: Die Grösse lässt sich nicht proportional ändern wie in allen anderen Programmen per Shift+Ziehen. In dieser Software ich muss erst ziehen, und anschliessend Shift drücken (Falls jemand Schwierigkeiten hat, sich das vorzustellen, lade ich gerne noch Videos hoch). Ich für meinen Teil klicke jedes mal erst falsch, weil ich mich in den letzten 20 Jahren IT-Erfahrung an etwas anderes gewöhnt habe.

Mehrere Boxen per mehrfach-Auswahl symmetrisch in der Grösse ändern (wie in Designer 2.0) ist leider immer noch nicht möglich. Aber kann sein, dass das der Normal-Anwender nicht benötigt.
Sehr unpraktisch ist die Tatsache, dass die Grössen-Einstellungen eines Bildes in einer Bildbox wieder verworfen werden, wenn die Grösse der Box ändert.

Ich habe nun 13 Seiten fertig und stelle etwas äusserst unangenehmes fest:
Die Sortiermöglichkeit "nach Erstelldatum" orientiert sich am Änderungsdatum, nicht am Aufnahmedatum! Wobei auch die Sortierung nach Änderungsdatum nicht wirklich stimmt... Ich sehe keine Logik in dieser Sortierung.

Das passt überhaupt nicht in meinen Workflow:
Ich fotografiere wenn immer möglich mit RAW, zum Teil mit mehreren Kameras. Die Bilder werden anschliessend auf dem Desktop bearbeitet und grob aussortiert. Anschliessend werden die Fotos als JPG exportiert.

Damit ich in dieser Software den Überblick behalte, muss ich nun erneut alle ~1000 Bilder erneut exportieren und umbenennen mit Hilfe der Metadaten, damit wenigstens eine vernünftige, chronologische Sortierung "nach Name" möglich ist.
Aber hey, dafür kann nach Grösse sortiert werden… Ich habe mir jetzt schon länger den Kopf darüber zerbrochen, in welchem Anwendungsfall das nützlich sein könnte. Mir ist nichts in den Sinn gekommen…

Ich starte nun also nach einigen Stunden Arbeit mit den frisch exportierten Bilder von vorne.

Nach einigen Seiten Stelle ich fest, dass auch die Sortierung nach Name fehlerhaft ist… bei Bookfactory kommt nach 100 nicht 101, sondern 1000…
In der Bookfactory Software ist auch ein sortieren nach Dateiname nicht möglich.

Ich hoffte erst darauf, dass sich die Sortierung nach 1099 wieder einpendelt, aber etwas weiter unten wird die Situation noch schlimmer:
In der Bookfactory Software ist auch ein sortieren nach Dateiname nicht möglich.

Das ist der Punkt, wo ich entnervt aufgebe. Ich kann mit dieser Software nicht arbeiten.

Übrigens:
Keine Ahnung, für was der kleine Pfeil gut sein soll, aber klickt ihn nicht! Anschliessend sind alle Fotos verschwunden und tauchen nicht mehr auf.
Das Programm lässt sich nachdem es geschlossen wird nicht mehr öffnen. Da hilft nur ein Neustart, oder man schiesst den Prozess über den Taskmanager ab.

Ein Fehler in der Bookfactory Software


Immerhin hatte ich während meinem Test nur einen Programm-Absturz. Und im Gegensatz zu Versionen vor 1.0 habe ich dadurch keine Daten verloren. Anscheinend speichert die Software neuerdings laufend ab.
Fehlermeldung nach einem Absturz der Bookfactory Software
                                               

Der Support

Ich hatte schon bald eine wichtige, allerdings auch triviale Frage. Da meine Erfahrungen mit dem Support im Jahre 2013 sehr zu wünschen übrig liessen, nutzte ich die Möglichkeit mir ein neues Bild zu machen.
Meine Frage: Bei meinem Export aus Lightroom können Bilder geschärft werden. Falls die Fotos bei Bookfactory erneut geschärft werden, sollte man das beim Export unterlassen.
Ich habe meine Frage am 31.08.14 per Supportformular gesendet. Ausser einer Bestätigung, dass die Anfrage bearbeitet wird, habe ich bis Dato nichts mehr gehört.

Das Buch

Leider ist es bei meinem Test nicht bis zur Buchbestellung gekommen, daher kann ich keine persönliche Meinung zum Produkt abgeben.

Einige Kunden haben in meinem Blog Kommentare gepostet, ich erlaube mir hier einen Auszug:

"Im Direktvergleich war der Qualitätsverlust bezüglich Bildschärfe leider nicht zu übersehen. Allein der Umstand, dass mir Bookfactory kostenlos das unscharfe Fotobuch der neuen Software durch ein Fotobuch der alten Software ersetzt hat, dürfte bestätigen, dass meine Wahrnehmung nicht völlig getrübt war. (Das Wort "kostenlos" müsste ich eigentlich in Anführungszeichen setzen, da für mich natürlich bereits der zweimalige (!) Direktvergleich der beiden Softwares mit nicht unerheblichen Kosten und Zeitaufwand verbunden war.) Ich habe keine Ahnung, ob das Problem mittlerweile behoben wurde, da ich sicher nie mehr mit Bookfactory arbeiten werde. Aber da man mir damals mitgeteilt hat, dass das Problem nicht behoben werden könne, da das neue Programm die Bilder anders verarbeite (die Rede war irgendwie von jedem Bild pro Seite einzeln statt ganzseitig, leider habe ich aber das Mail nicht mehr zur Verfügung), gehe ich nicht davon aus, dass sich mittlerweile etwas verbessert hat."

Es gibt aber auch Kommentare von zufriedenen Kunden:

"Papier 1A, Qualität Papier 1A, Qualität Bindung und Einband 1A, Qualität Farbe 1A, Fotoqualität Schärfe wie Original."

Fazit

Diese Software ist für mich schlicht unbrauchbar.
Ich frage mich, ob die Hersteller selbst schon ein Fotobuch gestaltet haben… oder was im Bereich Requirement Engineering verbockt wurde. Die Software wartet zum Teil mit Features auf, welche absolut nicht benötigt werden, aber essentiellen Funktionen fehlen oder sind mangelhaft umgesetzt.

Vielleicht entspreche ich einfach nicht (mehr) der Zielgruppe von Bookfactory. Ich könnte mir vorstellen, dass 12-16 Jährige damit lustige Foto-Booklets für 18 Franken mit ihren zwanzig geklauten Lieblingsbildern ab Facebook erstellen. Vielleicht sortieren die gerne nach Dateigrösse :-)
Ich persönlich erstelle aber grössere Projekte, zum Teil mit über 100 Seiten. Auch gerne in spezielleren Ausführungen, z. Bsp. als "Photographic" oder "Professional". Das schaffe ich leider mit dieser Software nicht mehr.

Der Support ist wie bereits im Mai 2013 beschrieben eine Katastrophe. Auf eine einfache Kunden-Anfrage sollte eine Antwort innerhalb einiger Tage möglich sein. Man will ja schliesslich sein Geld dort loswerden.

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Kommentare (2)

  • Simon Werner

    21 September 2014 um 11:30 | #

    Ich habe seit der neuen Bookfactory-Software kein Fotobuch mehr erstellt, aber jetzt habe ich gerade wieder Zeit und Bilder für ein grosses Projekt. Nach ein paar Minuten mit der neuen Software habe ich wie du entnervt aufgegeben. Was empfiehlst du als Alternative? Ich habe bis jetzt gesehen, dass man bei fotobuch.de mit dem bewährten Designer 2.0 arbeiten kann. Aber wie stehts wohl dort mit der Druckqualität?

    antworten

  • Gustav Erne

    08 April 2015 um 09:09 | #

    leider muss ich ihnen vollumfaenglich mit observationen recht geben. mit der alten software war ich mehr oder weniger zufrieden. nicht wirklich gut aber ok.

    offensichtlich bin ich ein aehnlicher anwender wie sie: grosse anzahl bilder und konsequenterweise grosse anzahl seiten (100+) von mehreren kameras mit jeweils grosser aufloesung. ich waere schon ganz zufrieden wenn mir das program die bildidentifikation der eingefuegten bilder mitteilen wuerde. ich muss immer wieder muehsam durch meine ca 1400 fotos im jetzigen projekt gehen.

    der deal killer ist aber ist das laufende abstuerzen der software "die bestellsoftware funktioniert nicht mehr"... auch ich bin ein frustriert anwender...

    haben sie vorschlaege... und alternativen?

    antworten

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